Die Eulentanzwochen sind eröffnet!

Zeichnung für den EULENBLOG in 27 Sekunden aus der Hüfte: Pieter Bohl, Student am Plymouth College of Art and Design (Partnerschule der bmk)

Wie bitte, ihr wusstet es nicht? Aber klar doch, das Lieblingshobby von Eulen ist: Tanzen! Besonders wenn es sich um die Eulen des EULENBLOGS handelt. Im aktuellen Jahrgang handelt es sich um die jungen Redakteurinnen Shaermin, Samira, Taimaa, Ghiulacean, Elsa, Dana, Ellen, Baongoc und Valerie unter der Redaktionsleitung von Dörte und Arlena.

Weil derzeit vielen Menschen das Ausflippen auf dem Dancefloor nicht möglich ist, haben sich die Eulen entschlossen, auf dem EULENBLOG die Discokugel drehen zu lassen. Den Auftakt der Tanzwochen auf unserem Schülerinnenblog macht unser Interview mit der Choreografin und Tänzerin Friederike Lampert, die wir euch zunächst mit einer Kurzbiografie vorstellen. Danach folgt das Interview mit Friederike.

Friederike im Scheinwerferlicht, Fotocredit: Caroline Minjolle

Dr. phil. Friederike Lampert absolvierte ihr Ballettstudium an der Musikhochschule in Frankfurt/Main und studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Sie promovierte im Fach Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Sie war Tänzerin in verschiedenen Tanzkompanien und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten an der Universität Hamburg, für Tanzplan Deutschland, an der Codarts University for the Arts Rotterdam und der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Sie lehrt Theorie und Praxis von Tanz und ist mit verschiedenen choreographischen Projekten beschäftigt. Heute ist sie Professorin für Choreographie an der Zürcher Hochschule der Künste.

Eulen: Mit wie viel Jahren hast du mit Tanzen angefangen?

Friederike: Ich habe mit 8 Jahren mit Ballett angefangen.

Eulen: Warum hast du mit Tanzen angefangen?

Friederike: Zuerst habe ich mit Kunstturnen begonnen, weil mich Kunststücke mit dem Körper fasziniert haben. Dann fand ich Ballett schöner, weil dabei die Verbindung von Musik und Körperbewegung mehr betont wird.

Eulen: Wo hast du Tanzen gelernt?

Friederike: Angefangen habe ich in einer Kindertanzgruppe am Stadttheater Gießen. Dort habe ich in Opern und bei Ballettabenden auch als Statistin mitgewirkt und konnte schon viel „Theaterluft“ schnuppern. Später, nach meinem Abitur, habe ich Ballett an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt studiert.

Eulen: Was ist dein Lieblingstanz?

Friederike: Im künstlerischen Tanz gibt es viele verschiedene Stile: Ballett, Modern Dance, Ausdruckstanz, Tanztheater, Show-Tanz, Urban Dance, d. h. Hip-Hop, Breakdance etc., und zeitgenössischer Tanz. Da ich Ballett studiert habe und das am besten kann, ist das klassische Ballett mein Lieblingstanz.

Eulen: Wie fühlst du dich, wenn du tanzt? Kannst du auch tanzen, wenn du traurig bist?

Friederike: Das beste Gefühl beim Tanzen ist, wenn man im sogenannten „Flow“ ist. Dann vergisst man alles um sich herum und ist im „Hier und Jetzt“ – ein Glücksgefühl. Deswegen hilft mir Tanzen auch, wenn ich traurig bin.

Eulen: Kann man mit Tanzen seine Gefühle ausdrücken?

Friederike: Ja – das wird vor allem im Ausdruckstanz gemacht: Wie das Wort schon sagt, da kann man „Inneres“ nach „Außen“ drücken. Dabei entstehen ganz andere Bewegungsformen als z. B. in Tänzen, bei denen es nur um die Form geht.

Eulen: Ist Tanzen gesund?

Friederike: Auf jeden Fall ist Tanzen gesund, weil es einfach Spaß macht. Und es ist wissenschaftlich bewiesen, dass bei Lachen und Bewegung Hormone im Körper ausgeschüttet werden, die das Immunsystem stärken.

Eulen: Können kranke Menschen, die zum Beispiel Alzheimer oder Parkinson haben, auch tanzen? Hilft Tanz kranken Menschen?

Friederike: Wie gesagt, Bewegung und Freude ist immer gut für die Gesundheit. Insbesondere ist auch Musik hören, z. B. bekannte Musik von früher, für alte Menschen wichtig, weil dadurch ihr Gedächtnis angeregt wird.

Eulen: Reicht es, einer Tänzerin oder einem Tänzer zuzuschauen, um glücklich und entspannt zu sein?

Friederike: Durch die sogenannten „Spiegelneuronen“ bewirkt das Zuschauen von Tanz auch etwas im Gehirn. Das bloße Zuschauen kann also durchaus auch glücklich machen, so wie jede Kunstform beim Zuschauen Freude bereiten kann. Den Fitness-Effekt hat das Zuschauen aber natürlich nicht.

Eulen: Was würdest du uns für einen Tipp geben, wenn wir mit Tanzen anfangen wollen?

Friederike: Geht in das nächste Tanzstudio und schnuppert in verschiedene Kurse rein. Sucht euch den Tanzstil aus, der euch am besten gefällt, z. B. Ballett, Modern Dance, Hip-Hop, Breakdance etc., und geht dann dort regelmäßig hin. Denn nur, wenn ihr regelmäßig übt, macht ihr Fortschritte und bekommt Erfolgserlebnisse.

Eulen: Was sind die Auswirkungen von COVID-19 auf deine Arbeit?

Friederike: Wir versuchen unser Bestes, Tanz auch mit Abstand stattfinden zu lassen.

Die Eulen bedanken sich herzlich bei Friederike Lampert für das Interview.