Liebe auf Distanz

Leider konnte die Foto-Love-Story „Liebe auf Distanz“ aufgrund des Lockdowns nicht im vollen Umfang und in all ihren Versionen in der ViF der bmk ausgestellt werden. Alle mitwirkenden Schülerinnen und Schüler sind darum hier im Überblick aufgezählt. Ein herzliches Dankeschön und ein riesengroßes Lob an alle kreativen Köpfe, die in diesem Schulhalbjahr im Theater- und im Eulenblogkurs über sich hinausgewachsen sind.

SchauspielerInnen, RegisseurInnen und FotografInnen der Foto-Love-Story „Liebe auf Distanz“: der Theaterkurs der bmk 2020/2021 unter Leitung von Arlena bestehend aus Elsa, Kasim, Majid, Alireza, Issa, Sahil, Mansur, Mohammad J., Ahmad Al., Hamza, Ahmad B., Mohamad As., Alham und Mamadou

Text der Foto-Love-Story „Liebe auf Distanz“: die Eulenblogredaktion 2020/2021, im Speziellen Valerie, unter Leitung von Dörte und Arlena bestehend aus den Redakteurinnen Shaermin, Samira, Taimaa, Ellen, Baongoc, Valerie, Leonie und Dana

Storyboard nach einer Idee von Arlena: unsere ehemalige Eule Malin Sarge

Der Eulenblog macht im 2. Schulhalbjahr 2020/2021 eine künstlerische Schaffenspause. Wir fliegen aber bald zurück ins redaktionelle Nest und ab August 2021 geht es kreativ weiter!

Fotocredit: Kelvin Erick

Die Eulenredaktion und der Theaterkurs der bmk orientieren sich in ihrer Arbeit stets an Profis. So wurden die AHA-Regeln während der gesamten Produktion der Foto-Love-Story penibel eingehalten. Unserem Fotomodell Elsa haben wir für Sekunden erlaubt, die Maske für das Fotoshooting abzunehmen, wie es zurzeit auch Fotografen machen.

2020 – Gedanken von Eule Valerie zum Jahreswechsel

Das Leben rennt vor unseren Augen weg.
Das Virus rührt sich nicht von der Stelle.

Es stellt sich vor unseren verdammten Weg. Es nimmt uns ein.

Es blockiert unsere Pläne, unsere Wünsche, unsere Träume, unsere Sehnsucht, unsere Freiheiten, unseren Willen, unsere Bedürfnisse und die Person, die wir vielleicht genau jetzt im Krankenhaus, Altersheim oder sonstwo besuchen wollen.

Das Leben und die Pandemie versuchen uns zu sagen,
was das Beste für uns

und was am Wichtigsten sei,

was kommt als Erstes, Zweites und Drittes.

,,It is health that is real wealth not pieces of gold and silver“ – Mahatma Gandhi –

Leider steht uns die Pandemie im Weg.

Unglücklicherweise ist die Pandemie uns in die Quere gekommen.

Schrecklicherweise steht uns die Pandemie im Weg.

Wir wurden 2020 geschult

von allen:

von SARS-CoV-2,

einem ernsthaften, gefährlichen, infektiösen, wahnsinnigen, verrückten, freiheitsraubenden, mutierenden Virus.

Es hat uns gelehrt, dass nach guten Zeiten auch schlechte Zeiten kommen.

 Das Leben läuft nicht immer rund und nach einem organisierten Plan.

Wir wissen, was hinter uns liegt, aber manchmal nicht, was vor uns liegt.

Es hat uns gelehrt, dass manchmal beim Wandern Nebel vor uns auftaucht und keiner den richtigen Weg runter ins Tal weiß. Wir müssen den Weg gemeinsam suchen.

Den Weg, der sicher und berechtigt ist.

Wir wurden geschult

von Supermärkten.

Sie lehrten uns eine Kleinigkeit, die aber so viel ausmachen kann:

In schlechten Zeiten ist nicht immer alles verfügbar.

Sie lehrten uns ebenso, dass wir auf andere Rücksicht nehmen müssen

 und statt 5 Klopapierpackungen nur eine zu nehmen.

Wir wurden geschult

von Ärzten.

Sie rieten, uns voreinander zu schützen.

Wir wurden geschult

von einer

kribbeligen, juckenden, hinter den Ohren schmerzenden, nervigen, hässlichen Alltagsmaske.

Wir wurden geschult

von Regeln,

von sehr, sehr vielen Regeln,

von einer AHA+A+L-Regel.

Weil Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Corona-App und Lüften wichtig sind

und diese Kleinigkeiten etwas Großes ausmachen können.

Wir wurden geschult

von uns selbst, unserem Bewusstsein.

Es lehrte uns, dass wir alles in unserem Leben mehr schätzen müssen, unsere Grundrechte, unsere Freiheiten, Essen, Unterkünfte und Familie. Weil es nicht selbstverständlich ist.
Jeder Moment ist kostbar und Geschenke stehen wohl nicht an erster Stelle.

Wir wurden geschult,

dass man auch in kleinen Kreisen feiern kann.

Wir wurden geschult

von der Regierung.

Wir wurden gelehrt, dass ein Shutdown wohl notwendig sei, um die Infektionszahlen zu verringern. Auch wenn dies negative Folgen mit sich bringe.

Wir wurden geschult

von Forschern und Impfstoffen.

Sie lehrten uns, dass Forschung unfassbar wichtig ist und in Schülern mehr Interesse an Forschung erweckt werden muss.

Wir wurden geschult

vom Robert Koch-Institut und den Virologen Christian Drosten und Hendrik Streeck.

Die Anzahl der Ansteckungen können einen exponentiellen Verlauf nehmen.

Wir wurden geschult

von Krankenhäusern.

Sie informierten uns, dass die Kapazitäten in solch schlimmen Zeiten überlastet und nicht mehr ausreichend sein können und es an Krankenhauspersonal fehlt.

Wir wurden geschult

von Zahlen.

Sie demonstrierten uns, dass die Lage ernst ist. Es geht um Leben und Tod.

Wir wurden geschult

von Schulen.

Wir Schüler wurden gelehrt, dass wir Bildung schätzen müssen und diese kostbar ist.

Uns wurde gezeigt

von der Gesellschaft:

Soziale Kontakte sind uns allen wichtig.

Wir können es ohne sie nicht lange aushalten.

Uns wurde gezeigt

von Politikern:

dass zum Beispiel Kultur und Umweltprobleme in diesen Zeiten traurigerweise schnell hinter einer Tür eingesperrt, vernachlässigt oder vergessen werden. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass dies wohl leider nicht an erster Stelle steht. Obwohl es so wichtig ist.

Uns wurde gezeigt

von Schulen:

dass die Digitalisierung nicht so einfach ist, wie sie klingt.

Uns wurde gezeigt

von Restaurants, Cafés, Bars, Theatern, Veranstaltern und vielen mehr:

dass der Shutdown nicht einfach hinnehmbar ist, sondern einen tiefen Schnitt, eine große Wunde, mit sich bringt, schwere wirtschaftliche und gesellschaftliche längerfristige Folgen hat. Und dass die Corona-Hilfspakete nicht alle Wunden schließen.

Uns wurde gezeigt

von SARS-CoV-2:

dass es eine größere Gewalt gibt, die größer als unsere eigene Kraft sein kann.

Wir können uns nur mühsam gegen sie wehren.

Wir wurden geschult

von Ärzten und Wissenschaftlern.

Sie verdeutlichten uns: Es ist ein Spiel, verbunden mit

 Glück, Unglück, Trauer, Alter und Respekt.

 Es kann einfach jeden treffen,

jeden, jeden Einzelnen.

Wir wurden geschult

von SARS-CoV-2,

einem ernsthaften, gefährlichen, infektiösen, wahnsinnigen, verrückten, freiheitsraubenden mutierenden Virus.

Das Leben versucht uns zu sagen:

Zusammen sind und bleiben wir stark.

Und: ,,It is health that is real wealth not pieces of gold and silver“.

Mahatma Gandhi.

Fotocredit: Valerie