Schuhbidu, Schuhbidubiduu – Interview mit Schuhdesignerin Alina Schürfeld

Als geheimnisvolle Jägerinnen der Nacht geben die Eulen zunächst einen weisen Tipp in Sachen Mode: „Jedes Mal, wenn du dein Outfit wählst, denke daran: falls du an diesem Tage stirbst, wird das dein Geister-Outfit für immer.“ Also raus aus den Quadratlatschen, ihr Mäuse, und rein ins edle Schuhwerk! Weil sie besonders viel von Letzterem versteht, haben die Eulen die Hamburger Designerin Alina Schürfeld in die Eulenredaktion eingeladen und mit ihr über ihren Stil, ihre Werte und ihren Werdegang gesprochen.

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Zum Anbeißen und Anfassen: Alina (Mitte), ihre Schuhe und ihr Material im Eulennest, Fotocredit: Dörte

Das Modelabel von Alina Schürfeld heißt wie sie selbst, nämlich ALINASCHUERFELD, und wurde 2009 von ihr gegründet. Alinas Vision war von Anfang an, Schuhe verantwortungsvoll produzieren und gleichzeitig einzigartig aussehen zu lassen. Ihr Label kombiniert moderne Silhouetten mit feinster Handwerkskunst und umweltfreundlichen Materialien. Die Designerin arbeitet mit Handwerksbetrieben in Italien, Portugal und Spanien zusammen, in denen ihre Schuhe aus vegetabil oder chromfrei gegerbtem Leder angefertigt werden. Alinas Motto für ihre Entwürfe finden die Eulen super: Schuhe für Frauen mit Stil, die niemals Kompromisse machen und dabei an die Umwelt denken. Auf den Punkt: COOL GIRLS CARE! Jetzt viel Spaß beim Interview!

Eulen: Hallo liebe Alina Schürfeld. Willkommen in der Eulenredaktion und bei uns im Klassenzimmer. Dürfen wir uns duzen oder siezen?

Alina: Gerne duzen.

Eulen: Hast du eine Ausbildung?

Alina: Ich habe in London Interior Design studiert und in diesem Beruf selbstständig gearbeitet, bevor ich das Label gegründet habe. 

Eulen: War Schuhdesignerin schon dein Traumberuf, als du klein warst?

Alina: Nein. Als ich klein war, wollte ich Opernsängerin werden, weil ich gerne gesungen habe – obwohl ich recht talentfrei war. Archäologie hatte ich auch im Kopf. Als ich sieben Jahre alt war, sind wir für die Sommerferien nach Ägypten gereist und haben unter anderem das Tal der Könige in Luxor besucht. Das hat mich extrem beeindruckt.

Eulen: Beschreibe dich in drei Worten!

Alina: Selbstironisch. Zielstrebig. Empathisch.

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Alina nahm sich für die Eulen sehr viel Zeit, Fotocredit: Dörte

Eulen: Was ist deine Lieblingsfarbe?

Alina: Eigentlich habe ich keine Lieblingsfarbe. Ich denke, ich lasse mich immer wieder gerne auf die neuen Farben der Saison ein. Zurzeit mag ich die Farbkombination Karamell und Weiß mit goldfarbenen Nieten. Rouge Noir finde ich auch sehr lässig.

Eulen: Was ist Rouge Noir?

Alina: Der Farbton geht in Richtung Aubergine. Man könnte auch Black Cherry sagen.

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Die Stiefellette HELLA in Rouge Noir aus Alinas Winterkollektion 19/20, Fotocredit: Linda Musa

Eulen: Hat dir jemand geholfen oder hast du dein Label ganz allein aufgebaut?

Alina: Ich hatte stets Zuspruch und tatkräftige Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden, was eine große Hilfe war und ohne die ich sicherlich nicht so weit gekommen wäre.

Eulen: Wo werden die Schuhe gemacht, in einem Atelier oder in einer kleinen Werkstatt?

Alina: Wir lassen unsere Schuhe in spanischen, portugiesischen und italienischen Manufakturen fertigen. Für uns ist Handarbeit ein Kulturgut, welches weitergegeben werden sollte.

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Inspiriert von Alina fertigten die Eulen eigene Entwürfe an, Fotocredit: Arlena

Eulen: Wie verläuft der Produktionsprozess von einem Paar Schuhen?

Alina: Zuerst beschäftigen wir uns mit den modischen Tendenzen der kommenden Saison, also Farben, Formen, Strukturen und Details. Es ist wichtig zu wissen, in welche Richtung der Markt sich entwickeln wird. Mit diesem Wissen werden die ersten Entwürfe gezeichnet, welche dann selektiert und die Favoriten im Detail ausgearbeitet werden. Danach bestimmen wir den Leisten (die Form des Schuhs, die Eulenredaktion) und die Absätze. Der Leistenhersteller fertig uns ein Modell in der gewünschten Schuhgröße und berücksichtigt dabei unsere individuellen Maße, z. B. die Ballen- und Fersenbreite. Im nächsten Schritt erstellt der Modelleur die Schnittteile, welche für den Zuschnitt des Leders benötigt werden. Das Leder wird mit dem Futterleder vernäht, die Kappen eingearbeitet, der Schaft gezwickt, die Sohlen und Absätze montiert. Im letzten Schritt werden die Innensohlen verklebt und die Sohlen poliert. Nun kann das Modell getestet werden und muss gegebenenfalls – falls etwas nicht stimmt – wieder abgeändert werden.

Eulen: Wooooow! Was für ein Gefühl hast du, wenn ein Schuh fertig ist und er genauso geworden ist, wie du wolltest?

Alina: Ein Gefühl von Ruhe.
 
Eulen: Welches Schuhdesign von deiner Kollektion gefällt dir am meisten?

Alina: Der gepiercte LOULOU LOAFER aus chromfrei gegerbtem Lachsleder. Er hat eine eigenständige Linienführung und somit einen hohen Wiedererkennungswert. Das zeitgemäße Design in Kombination mit dem umweltfreundlichen Material verkörpert unsere Linie am besten.

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THE LOULOU LOAFER auf dem Eulenredaktionstisch, Fotocredit: Dörte

Eulen: Wie viele Jahre hast du dein Geschäft in Hamburg schon?

Alina: Das Geschäft in der Klosterallee 67 haben wir 2012 eröffnet. Nachdem wir 2011 mit dem Bunte New Faces Award in der Kategorie „Bestes Accessoire-Label“ ausgezeichnet wurden, ist die Nachfrage gestiegen und wir sind aus der industriell geprägten Veddel ins quirlige mit Restaurants und Boutiquen gesäumte Harvestehude gezogen.

Eulen: In welchen Ländern gibt es deine Schuhe?

Alina: In Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durch den Onlinehandel sind sie jedoch weltweit erhältlich (Alinas Internetseite lautet www.alinaschuerfeld.com, die Eulenredaktion).

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Das Label ALINASCHUERFELD feiert dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum, Fotocredit: Dörte

Eulen: Was für Frauen kommen in dein Geschäft, um deine Schuhe zu kaufen?

Alina: Das ist ganz unterschiedlich. Die meisten Kundinnen sind zwischen 35 und 55 Jahre alt. Wir haben mittlerweile viele Stammkunden. Moderne selbstbestimmte Frauen, die ein Nischenprodukt und die damit verbundenen Werte zu schätzen wissen und auch bereit sind, für einen ressourcenschonenden Herstellungsprozess und umweltfreundliche Materialien etwas mehr Geld auszugeben.

Eulen: Machst du auch Schuhe für Kinder und Männer?

Alina: Nein. Anfangs hatten wir zwar auch eine Herrenlinie – welche ich sehr spannend fand –, allerdings hat sie damals nicht so richtig auf den deutschen Markt gepasst.

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Die Eulen sind für Gleichberechtigung, darum hier unser Vorschlag für einen Herrenschuh, Fotocredit: Arlena

Eulen: Hast du auch Hausschuhe?

Alina: Ja! Sie kommen aber eigentlich nie zum Einsatz. Oder fragt ihr, ob wir welche produzieren? Das tun wir nicht.

Eulen: Designst du auch Kleidung?

Alina: Manchmal fertigen wir unsere eigenen Teile, welche wir für eine Modenschau in Kombination mit unseren Schuhen verwenden, um einen bestimmten Look zu kreieren. 

Eulen: Was sind deine Träume und was möchtest du im Leben noch erreichen?

Alina: Zu viele, um sie hier aufzuzählen! Ich finde, man kann nicht genug Träume haben. Auch wenn sie vielleicht nicht alle realisierbar sind, sind sie doch eine treibende Kraft, um über sich und seine Grenzen hinauszuwachsen. Für das Label wünsche ich mir natürlich internationale Anerkennung, dass unsere Produkte in den renommierten Modehäusern dieser Welt stehen und somit unsere Mission vielen Menschen zugänglich gemacht wird. 

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Coole Mädchen kümmern sich und konsumieren bedacht, Fotocredit: Arlena

Eulen: Nimmst du auch Praktikantinnen und Praktikanten?

Alina: Ja! Bewerbt euch (Alinas Kontakt und den Link zu ihrem Instagram Account findet ihr ebenfalls auf www.alinaschuerfeld.com, die Eulenredaktion)!

Eulen für den Klimaschutz!

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Eulengrammatik: wenn es superwichtig ist, schreibt man auch Verben groß, Fotocredit: eine Eule auf Exkursion

„Ihr habt mit euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen“, sagte die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel 2019 in New York den Weltführern. In einer emotional aufgeladenen Rede warf sie ihnen vor, die Wissenschaft hinter der Klimakrise zu ignorieren und so dafür zu sorgen, dass ganze Ökosysteme zusammenbrechen.

EFF bei FFF in HH, Fotocredit: eine Eule auf Exkursion

Die Eulenredaktion diskutiert regelmäßig, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestalten kann, um die Umwelt zu schützen und steht hinter Greta Thunbergs Forderung an die Politiker auf dieser Welt, sich höhere Ziele bei der Reduktion von CO2 zu setzen. Am Freitag, den 20. September 2019, zeigten die Eulen darum Präsenz auf der Fridays for Future Demonstration in Hamburg im Rahmen einer Exkursion. Ein echtes Lehrstück für Demokratie. 

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Unsere…
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… liebsten…
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… Demoschilder, Fotocredits: eine Eule auf Exkursion

Feeeeeeeeerien – mit Eulendrink und Shari Vari

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Die Eulen von links nach rechts: Zeinab, Hayal, Dörte, Anife, Weronika, Kasia, Arlena, Morvarid, Fotocredit: Thorsten Leistner

Die Eulen wünschen euch einen wundervollen Sommer und verabschieden sich mit einem Gruß aus der Schulkantine „Aroma“ und unserem Interview mit dem Hamburger Elektropopduo Shari Vari in die Sommerpause.

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Die Eulenblogredaktion mit den Chefs vom Aroma, Fotocredit: Thorsten Leistner

Hier unser Eulencocktail: alkoholfrei, erfrischend und echt leicht zu machen. Bereitet ihn euch zu, genießt ihn und lest dabei unser Interview mit Shari Vari.

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Ready für den Sommer mit Sombrero, Fächer und Eulendrink , Fotocredit: Dörte

Rezept für 1 Glas: 10 cl Ananassaft, 4 cl dickflüssige Kokosnusscreme (Cream of Coconut), 2 cl Schlagsahne, 3-4 Eiswürfel (crushed ice), 1 Ananasscheibe, 1 Schirmchen, 1 Strohhalm (besser nicht aus Plastik!)

Jetzt geht es los mit unserem Interview: Zu Besuch bei Shari Vari

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Im Musikstudio von Shari Vari in der Schanze in Hamburg, Fotocredit: Malin Sarge

Helena Ratka ist Filmemacherin und Musikerin. Sie hat Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg studiert. Während ihres Studiums hat Helena im „Golden Pudel Club“ in Hamburg Musik aufgelegt, Soundtracks für ihre eigenen Filme geschrieben und die Galerie „Pow“ in Altona gegründet.

Seit 2011 kuratiert Helena zusammen mit Nika Breithaupt die Galerie des Golden Pudel Clubs unter dem Namen „Next Time…“ und macht außerdem für Theaterstücke Videos und Musik. Als Solokünstlerin hat Helena unter dem Namen „qp“ ein Tape mit dem Namen „Spine“ auf dem Label „The Cosmic Cunt Clan“ veröffentlicht.

Sophia Kennedy ist eine amerikanische Sängerin und Musikerin. Sie wuchs in Baltimore im Bundesstaat Maryland an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika auf. In Hamburg studierte sie ebenfalls an der Hochschule für Bildende Künste. Im Frühjahr 2017 veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Sophia Kennedy“ bei Pampa Records.

Sophia ist auch als Theatermusikerin tätig, sie komponiert unter anderem für das Gorki Theater Berlin, das Deutsche Theater Berlin und das Schauspiel Leipzig. Sie lebt und arbeitet in Hamburg.

Gemeinsam mit Helena Ratka gründete Sophia Kennedy das Duo „Shari Vari“, das im Januar 2017 seine erste EP „Life Should Be a Holiday“ auf dem Label „it’s“ von Richard von der Schulenburg veröffentlichte.

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Beim Interview wurde das „Elektrozeichen“ erfunden, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Hallo Sophia, hallo Helena! Wo seid ihr geboren? Wo kommt ihr her?

Sophia: Ich komme aus Baltimore, USA. Ich bin als Kind nach Deutschland gezogen und seitdem lebe ich hier.

Helena: Ich bin in Hamburg geboren und habe mit einer kleinen Unterbrechung immer hier gelebt.

Eulen: Was habt ihr in eurem Leben bisher gemacht?

Sophia: Ich habe Seepferdchen und ein schlechtes Abitur. 

Helena: Ich wandere immer vom Film zur Musik und wieder zurück.

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Helena und Sophia in action, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Wann habt ihr angefangen, Musik zu machen? Welche Instrumente könnt ihr spielen?

Sophia: Wir haben uns in Hamburg an der HfbK (Hochschule für Bildende Künste, die Eulenredaktion) kennengelernt, uns eine Flasche Sekt gekauft und aus Spaß Stücke aufgenommen. Seitdem haben wir uns zusammen entwickelt wie der Affe zum Homo Sapiens. Wir haben immer noch große Freude beim Musikmachen. Ich kann Klavier spielen und bin Meisterin an der Flöte.

Helena: Ich habe in der Schulband Saxophon gespielt, was ich dann aber abgebrochen habe, weil das Saxophon nur geliehen war. Jetzt spiele ich größtenteils Synth und ein bisschen Schlagzeug.

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… und in noch mehr action, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Warum habt ihr Shari Vari erschaffen?

Sophia: Weil wir gerne zusammen Musik machen und das in eine Form bringen wollten.

Eulen: Warum habt ihr euch diesen Namen gegeben?

Helena: Wir hatten ein bisschen Schwierigkeiten, einen Namen für unser Projekt zu finden und haben am Ende wieder alle Namen von der Liste gestrichen. Wir haben dann das Stück Shari Vari von A Number Of Names gehört und haben gedacht, wir könnten uns auch einfach nach einem Lieblingsstück benennen. Außerdem heißt Shari Vari auch Vielfalt, das passt auch zu der Musik, die wir machen.

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Shari Vari featuring Zeinab, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Ist Musikmachen euer Traumberuf? Warum habt ihr euch für diesen Job entschieden?

Sophia: Weil es der schönste und einfachste Weg ist, mein Leben zu bestreiten.

Helena: Ich bin eher reingerutscht, habe ja Film studiert, aber immer schon eine große Leidenschaft für Musik und Musikmachen gehabt.

Eulen: Habt ihr einen zweiten Job?

Sophia: Nein, ich halte mich mit Theatermusik über Wasser und lebe von meinen Auftritten.

Helena: Ich mache auch Musik am Theater und arbeite noch in der Mediathek vom NDR. Es ist wie eine Art Absicherung für Zeiten, in denen meine Freiberuflichkeit nicht funktioniert.

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Zeinab an den Synth, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Warum macht man als Band Musikvideos?

Sophia: Weil es eine gute Form ist, das, was man macht, auf einer anderen Ebene zu zeigen und um Aufmerksamkeit zu generieren.

Helena: Für mich ist es toll, weil ich so beide Kunstformen, die ich liebe, zusammenbringen kann.

Eulen: Welches ist das aktuellste Musikvideo von Shari Vari und was passiert darin?

Helena: Das aktuellste heißt „Pool“ und wir laufen betrunken durch eine Großstadt und machen Scheiß, als wären wir in einem Pool und würden herumstrudeln.

Eulen: Wir haben uns außerdem das Musikvideo „Being Special“ von dir, Sophia, angeschaut. Warum spielt es in einem Einkaufszentrum? Was wolltest du damit sagen?

Sophia: Das Video hat Katharina Duve gemacht, eine Videokünstlerin und Regisseurin aus Hamburg. Das Stück behandelt Paranoia und die Überromantisierung von Einzelgängertum. Es spielt in einem Einkaufszentrum, weil es ein öffentlicher Ort ist, in dem man einer unter vielen ist.

Eulen: Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man bekannt ist? Welche Folgen hat das?

Helena: Wir sind noch nicht richtig bekannt, aber auf dem Weg. Unser Ziel ist es, größer zu werden als Madonna und Michael Jackson zusammen.

Eulen: Wie fühlt ihr euch, wenn ihr als Shari Vari auf die Bühne geht bzw. wenn ihr auf der Bühne steht?

Sophia: Es ist aufregend und anstrengend zugleich. Man muss sich konzentrieren und zur selben Zeit Selbstbewusstsein ausstrahlen.

Helena: Es gibt einem aber auch Selbstvertrauen, dass man nicht allein auf der Bühne steht, das fällt mir immer schwerer. Auch vor dem Auf-die-Bühne-gehen hat man jemand, mit dem man sich verschwören kann.

Eulen: Was macht ihr, wenn ihr ein Konzert gebt, aber keine gute Laune habt?

Helena: Die gute Laune kommt meistens von allein zurück, wenn man auf der Bühne steht.

Eulen: Ist die Musikbranche eigentlich manchmal oberflächlich?

Helena: Ja. Wie in jeder Branche gibt es gute und schlechte Seiten. Man muss halt darauf achten, dass man seinem Ideal treu bleibt und sich wehrt, wenn man das Gefühl hat, zum Beispiel auf Äußeres reduziert oder ausgenutzt zu werden. Ich denke aber, das machen wir ganz gut und sind selbstbewusst genug.

Eulen: Könnt ihr euch vorstellen, eine regelmäßige Show im Fernsehen zu haben?

Sophia: Ja, das stelle ich mir lustig vor. Ich wäre gern zusammen mit Helena die Zauberkugel von Mareike Armado aus der „Mini Playback Show“.

Eulen: Singt ihr auch unter der Dusche?

Helena: Nein.

Sophia: Ja.

Eulen: Hört ihr eure eigene Musik auch selber privat zu Hause?

Helena: Sicherlich.

Sophia: Selten.

Eulen: Gibt es auch langweilige Interviews? Wie fandet ihr unseres?

Sophia: Toll!

Liebe Leserinnen und Leser!

Herzlich willkommen auf dem Eulenblog, dem journalistischen Projekt der bmk in Hamburg. Unser Blog trägt diesen Namen, weil die Eule schon in der Antike als Symbol der Weisheit galt und unsere Schule im Eulenkamp liegt. 

Der Eulenblog wird ausschließlich von Schülerinnen gemacht. Die jungen Frauen aus unterschiedlichen Ländern sammeln hier ihre ersten journalistischen Erfahrungen, schreiben Artikel, führen Interviews und entwickeln ihre eigene Stimme. Wir sind besonders stolz, dass ein Teil der jungen Frauen auf dem Eulenblog erstmalig persönliche Texte in deutscher Sprache, also nicht der Muttersprache, präsentiert. 

Zurzeit schreiben Schülerinnen für den Eulenblog, die aus Afghanistan, Syrien, dem Iran, Armenien, Polen, Bulgarien und Deutschland stammen. Sie besuchen bei uns an der bmk die Bildungsgänge Ausbildungsvorbereitung für Migrantinnen, Fotografie, Mediengestaltung und Kaufmännische Assistenz für Fremdsprachen. Die jüngsten unserer Redakteurinnen sind 17 Jahre alt.

In Kürze posten wir unser erstes Interview mit dem Elektropopduo Shari Vari, das wir in seinem Musikstudio in der Sternschanze besucht haben. Ein großes Dankeschön geht auch an Mediengestalterin Jule, die unser Eulenlogo kreiert hat.   

Hier könnt ihr nun die wunderbare Eulenredaktion kennenlernen: unsere Redakteurinnen haben geschrieben, wer sie sind und was in ihrem Leben besonders wichtig ist. 

Viel Spaß beim Lesen wünschen euch 

Arlena und Dörte

Redaktions- und Projektleitung

Mein bester Freund – von Hayal

Hallo, ich heiße Hayal. Ich bin 17 Jahre alt und komme aus Syrien.

Ich will euch erzählen, wie man allein zur Ruhe kommen und etwas gegen blöde Gedanken machen kann. Ich habe ein Heft, das ich geschenkt bekommen habe. Das Heft ist mein Leben in Hamburg. Seit ich in Hamburg bin, habe ich dieses Heft.

Wenn ich traurig bin, dann schreibe ich in das Heft. Wenn ich glücklich bin, dann schreibe ich auf, was passiert ist. Wenn meine besten Freunde Geburtstag haben, schreibe ich auch etwas. Denn wenn ich geschrieben habe, ist es so, als ob ich mit ihnen gesprochen habe. Ja, das stimmt wirklich.

Mein Heft ist nur ein Heft, aber es versteht mich. Es redet nicht mit mir und besteht nur aus Papier, aber es versteht mich. Das Heft ist mein bester Freund. Bis später, mein Tagebuch!

Zenab Tagebuch
Hayals Tagebuch, Fotocredit: Hayal

Mit Musik durchs Leben – von Zeinab

Ich bin Zeinab und komme aus Afghanistan. Ich höre gerne Musik, egal was für ein Gefühl ich habe.

Wenn ich glücklich, sauer oder traurig bin oder auch, wenn ich mich manchmal einsam fühle.

Eigentlich fühle ich, dass Musik mich versteht. Musik beruhigt mich. Musik drückt die Gefühle eines Menschen aus. Für mich ist Musikhören das Beste. 

Kein Leben ohne Musik, Fotocredit: Zeinab

Meine kleine Welt – von Weronika

Hi und hello my friend! Ich bin eine unerfüllte Künstlerin namens Weronika und komme aus Polen. Auf diesem Foto hier seht ihr mein Erinnerungsnotizbuch. In diesem Erinnerungsnotizbuch sind meine Erinnerungen, die ich erlebt habe, wie z.B. Tickets vom Kino oder von Museen oder Tickets von Ausflügen, aber auch Einladungen oder Fotos. Das ist mein kleines Leben in dieser großen, langweiligen Welt. Ach ja! Ähm… ich habe es vergessen.

Schöne Erinnerungen forever, Fotocredit: Weronika

Ein Lächeln in meinem Herzen – von Morvarid

Hallo, mein Name ist Morvarid, ich bin 18 Jahre alt und komme aus dem Iran.

Ich möchte über Liebe schreiben. Ich bin sehr leidenschaftlich und Gefühle sind mir wichtig. Ich liebe einen Jungen und ich fühle mich gut, wenn ich mit ihm rede. Er versteht mich meistens und sagt mir, was ich in schwierigen Situation machen soll.

Liebe gibt mir Freude. Manchmal macht Liebe die Menschen aber auch blind.

Das schönste Gefühl der Welt, Fotocredit: Agheleh

Was ist Glück? – von Lulu

Das Thema „Glück“ definiert jeder anders. Glück ist für mich einerseits die eigene Einstellung gegenüber dem Leben und andererseits die Umstände, in denen man lebt. Ich schätze mich glücklich, eine Familie zu haben, die mich liebt und unterstützt, eine schöne Wohnung, ein paar gute Freunde und einen ideenreichen, wenn auch manchmal durchgeknallten Verstand. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, nicht nur immer nach den Dingen oder Ereignissen zu schauen, die wir noch nicht haben und vielleicht auch nie haben werden.

Man sollte die Dinge im Leben schätzen, die wir bereits haben. Es ist wichtig sein eigenes Glück zu kennen, weil Undankbarkeit schnell zu Unzufriedenheit führen kann. Mit Unzufriedenheit wachsen auch andere negative Emotionen wie Neid oder Gier. Davon hat man meiner Meinung nach nichts. Deshalb möchte ich an alle appellieren, auf die eigene Definition von Glück zu achten und vielleicht auch die generierten Glückswerte unserer heutigen Gesellschaft wie materiellen Reichtum, Geld oder Karriere infrage zu stellen.

Lulu vor der Glücksschweinchenbahn, Fotocredit: Christian

Mein Hamster Chuda – von Kasia

Hallo! Ich heiße Kasia und komme aus Polen. Ich habe einen Hamster. Sein Name ist Chuda. Er ist ein Weibchen. Chuda ist fünf Monate alt, das bedeutet, dass sie 17 Jahre und fünf Monate jünger ist als ich. Wir wohnen zusammen in Hamburg in einem Zimmer. Im Vergleich zu mir hat sie ein kleines Haus in einem großen Käfig, in dem sie gern schläft und spielt.

Redaktionshamster Chuda, Fotocredit: Kasia