Liebe auf Distanz

Leider konnte die Foto-Love-Story „Liebe auf Distanz“ aufgrund des Lockdowns nicht im vollen Umfang und in all ihren Versionen in der ViF der bmk ausgestellt werden. Alle mitwirkenden Schülerinnen und Schüler sind darum hier im Überblick aufgezählt. Ein herzliches Dankeschön und ein riesengroßes Lob an alle kreativen Köpfe, die in diesem Schulhalbjahr im Theater- und im Eulenblogkurs über sich hinausgewachsen sind.

SchauspielerInnen, RegisseurInnen und FotografInnen der Foto-Love-Story „Liebe auf Distanz“: der Theaterkurs der bmk 2020/2021 unter Leitung von Arlena bestehend aus Elsa, Kasim, Majid, Alireza, Issa, Sahil, Mansur, Mohammad J., Ahmad Al., Hamza, Ahmad B., Mohamad As., Alham und Mamadou

Text der Foto-Love-Story „Liebe auf Distanz“: die Eulenblogredaktion 2020/2021, im Speziellen Valerie, unter Leitung von Dörte und Arlena bestehend aus den Redakteurinnen Shaermin, Samira, Taimaa, Ellen, Baongoc, Valerie, Leonie und Dana

Storyboard nach einer Idee von Arlena: unsere ehemalige Eule Malin Sarge

Der Eulenblog macht im 2. Schulhalbjahr 2020/2021 eine künstlerische Schaffenspause. Wir fliegen aber bald zurück ins redaktionelle Nest und ab August 2021 geht es kreativ weiter!

Fotocredit: Kelvin Erick

Die Eulenredaktion und der Theaterkurs der bmk orientieren sich in ihrer Arbeit stets an Profis. So wurden die AHA-Regeln während der gesamten Produktion der Foto-Love-Story penibel eingehalten. Unserem Fotomodell Elsa haben wir für Sekunden erlaubt, die Maske für das Fotoshooting abzunehmen, wie es zurzeit auch Fotografen machen.

2020 – Gedanken von Eule Valerie zum Jahreswechsel

Das Leben rennt vor unseren Augen weg.
Das Virus rührt sich nicht von der Stelle.

Es stellt sich vor unseren verdammten Weg. Es nimmt uns ein.

Es blockiert unsere Pläne, unsere Wünsche, unsere Träume, unsere Sehnsucht, unsere Freiheiten, unseren Willen, unsere Bedürfnisse und die Person, die wir vielleicht genau jetzt im Krankenhaus, Altersheim oder sonstwo besuchen wollen.

Das Leben und die Pandemie versuchen uns zu sagen,
was das Beste für uns

und was am Wichtigsten sei,

was kommt als Erstes, Zweites und Drittes.

,,It is health that is real wealth not pieces of gold and silver“ – Mahatma Gandhi –

Leider steht uns die Pandemie im Weg.

Unglücklicherweise ist die Pandemie uns in die Quere gekommen.

Schrecklicherweise steht uns die Pandemie im Weg.

Wir wurden 2020 geschult

von allen:

von SARS-CoV-2,

einem ernsthaften, gefährlichen, infektiösen, wahnsinnigen, verrückten, freiheitsraubenden, mutierenden Virus.

Es hat uns gelehrt, dass nach guten Zeiten auch schlechte Zeiten kommen.

 Das Leben läuft nicht immer rund und nach einem organisierten Plan.

Wir wissen, was hinter uns liegt, aber manchmal nicht, was vor uns liegt.

Es hat uns gelehrt, dass manchmal beim Wandern Nebel vor uns auftaucht und keiner den richtigen Weg runter ins Tal weiß. Wir müssen den Weg gemeinsam suchen.

Den Weg, der sicher und berechtigt ist.

Wir wurden geschult

von Supermärkten.

Sie lehrten uns eine Kleinigkeit, die aber so viel ausmachen kann:

In schlechten Zeiten ist nicht immer alles verfügbar.

Sie lehrten uns ebenso, dass wir auf andere Rücksicht nehmen müssen

 und statt 5 Klopapierpackungen nur eine zu nehmen.

Wir wurden geschult

von Ärzten.

Sie rieten, uns voreinander zu schützen.

Wir wurden geschult

von einer

kribbeligen, juckenden, hinter den Ohren schmerzenden, nervigen, hässlichen Alltagsmaske.

Wir wurden geschult

von Regeln,

von sehr, sehr vielen Regeln,

von einer AHA+A+L-Regel.

Weil Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Corona-App und Lüften wichtig sind

und diese Kleinigkeiten etwas Großes ausmachen können.

Wir wurden geschult

von uns selbst, unserem Bewusstsein.

Es lehrte uns, dass wir alles in unserem Leben mehr schätzen müssen, unsere Grundrechte, unsere Freiheiten, Essen, Unterkünfte und Familie. Weil es nicht selbstverständlich ist.
Jeder Moment ist kostbar und Geschenke stehen wohl nicht an erster Stelle.

Wir wurden geschult,

dass man auch in kleinen Kreisen feiern kann.

Wir wurden geschult

von der Regierung.

Wir wurden gelehrt, dass ein Shutdown wohl notwendig sei, um die Infektionszahlen zu verringern. Auch wenn dies negative Folgen mit sich bringe.

Wir wurden geschult

von Forschern und Impfstoffen.

Sie lehrten uns, dass Forschung unfassbar wichtig ist und in Schülern mehr Interesse an Forschung erweckt werden muss.

Wir wurden geschult

vom Robert Koch-Institut und den Virologen Christian Drosten und Hendrik Streeck.

Die Anzahl der Ansteckungen können einen exponentiellen Verlauf nehmen.

Wir wurden geschult

von Krankenhäusern.

Sie informierten uns, dass die Kapazitäten in solch schlimmen Zeiten überlastet und nicht mehr ausreichend sein können und es an Krankenhauspersonal fehlt.

Wir wurden geschult

von Zahlen.

Sie demonstrierten uns, dass die Lage ernst ist. Es geht um Leben und Tod.

Wir wurden geschult

von Schulen.

Wir Schüler wurden gelehrt, dass wir Bildung schätzen müssen und diese kostbar ist.

Uns wurde gezeigt

von der Gesellschaft:

Soziale Kontakte sind uns allen wichtig.

Wir können es ohne sie nicht lange aushalten.

Uns wurde gezeigt

von Politikern:

dass zum Beispiel Kultur und Umweltprobleme in diesen Zeiten traurigerweise schnell hinter einer Tür eingesperrt, vernachlässigt oder vergessen werden. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass dies wohl leider nicht an erster Stelle steht. Obwohl es so wichtig ist.

Uns wurde gezeigt

von Schulen:

dass die Digitalisierung nicht so einfach ist, wie sie klingt.

Uns wurde gezeigt

von Restaurants, Cafés, Bars, Theatern, Veranstaltern und vielen mehr:

dass der Shutdown nicht einfach hinnehmbar ist, sondern einen tiefen Schnitt, eine große Wunde, mit sich bringt, schwere wirtschaftliche und gesellschaftliche längerfristige Folgen hat. Und dass die Corona-Hilfspakete nicht alle Wunden schließen.

Uns wurde gezeigt

von SARS-CoV-2:

dass es eine größere Gewalt gibt, die größer als unsere eigene Kraft sein kann.

Wir können uns nur mühsam gegen sie wehren.

Wir wurden geschult

von Ärzten und Wissenschaftlern.

Sie verdeutlichten uns: Es ist ein Spiel, verbunden mit

 Glück, Unglück, Trauer, Alter und Respekt.

 Es kann einfach jeden treffen,

jeden, jeden Einzelnen.

Wir wurden geschult

von SARS-CoV-2,

einem ernsthaften, gefährlichen, infektiösen, wahnsinnigen, verrückten, freiheitsraubenden mutierenden Virus.

Das Leben versucht uns zu sagen:

Zusammen sind und bleiben wir stark.

Und: ,,It is health that is real wealth not pieces of gold and silver“.

Mahatma Gandhi.

Fotocredit: Valerie

Eulentanz ums Freudenfeuer

Tanzen macht glücklich! Das haben die Eulen schon lange entdeckt. Auf Alexandra war die Eulenblogredaktion deshalb besonders neugierig, denn ihr Angebot heißt FREUDENFEUER. Alexandra verbindet in ihren Sessions geführten und freien Tanz mit Meditation und anderen interessanten Elementen zur Selbstfürsorge. Kreativ war die Halbgriechin schon immer. Sie arbeitete in der Werbebranche, studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften in Berlin, London und New York, war Galeristin und ist heute neben dem freien Tanz als Model tätig. Aufgrund ihrer persönlichen Lebensgeschichte beschloss Alexandra schon vor Jahren unkonventionelle Wege zu gehen, erlernte verschiedene Tanzrichtungen autodidaktisch und traf immer wieder auf inspirierende Menschen, die den Zusammenhang von Körper und Geist genauso wichtig finden wie sie. Inzwischen kann sich Alexandra ihr Leben ohne Tanz gar nicht mehr vorstellen. Spannend, fanden die Eulen… und baten Alexandra zum Gespräch. Sie revanchierte sich prompt und lud die Eulen zu FREUDENFEUER ein: Per Zoom im Klassenraum. Was passiert, wenn ein Engel und viele Eulen zusammen tanzen, meditieren und sich entspannen, erfahrt ihr in folgendem Interview.

Alexandra tanzt über Videokonferenz zu den Eulen in den Klassenraum, Fotocredit: Arlena

Eulen: Dürfen wir Sie duzen?

Alexandra: Na klar! 

Eulen: Wie geht es dir heute?

Alexandra: Mir geht es sehr gut, danke. Selbst inmitten dieser turbulenten Zeiten habe ich täglich viele Gründe, glücklich und dankbar zu sein.

Alexandras sanfte und zugleich kraftvolle Art überträgt sich sofort auf die Eulen, Fotocredit: Arlena

Eulen: Wie hast du entdeckt, dass du Talent zum Tanzen hast?

Alexandra: Das habe ich tatsächlich erst spät entdeckt. Tanzen hat mir immer schon unglaubliche Freude gemacht, das geht uns ja wahrscheinlich allen so. Aber ich habe erst einen ganz anderen Berufsweg verfolgt, war viele Jahre Galeristin in Berlin und weit davon entfernt, freies Tanzen zu praktizieren und zu unterrichten. 

Die Eulen und ein Engel stretchen ihre Flügel, Fotocredit: Arlena

Eulen: Wo hast du Tanzen gelernt?

Alexandra: Jazz und Modern Dance habe ich in Hamburg in der Lola Rogge Schule gelernt, und bei Beate Schüssler-Preuss, ebenfalls ein Tanzstudio in Hamburg. Das freie Tanzen habe ich in Berlin begonnen. Es gibt verschiedene Richtungen, wie zum Beispiel 5 Rhythmen oder Soul Motion.

Eulen: Kannst du uns mehr über die täglichen Aufgaben deiner Arbeit erzählen?

Alexandra: Momentan gebe ich drei Mal die Woche FREUDENFEUER Sessions, und die brauchen natürlich technische und inhaltliche Vorbereitung. Vor dem Lockdown habe ich auch regelmäßig Workshops und Seminare gegeben, habe auf Kongressen gesprochen und bin bei Festivals aufgetreten. Ich freue mich, wenn die Zeit wiederkommt, in der wir uns auch wieder live begegnen können.

Wenn es nach den Eulen geht, gerne jeden Schultag mit Alexandra online, Fotocredit: Arlena

Eulen: Kann Tanz bei Stress und wenn man Sorgen hat, helfen?

Alexandra: Auf jeden Fall. Es ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass zehn Minuten Tanzen am Tag reichen, um dich aus dem Kopf in deinen Körper zu bringen. Wenn deine Gedanken nicht zur Ruhe kommen oder du nervös oder ängstlich bist und ein starkes Gedankenkarussel hast, gibt es meiner Erfahrung nach keine bessere Möglichkeit, als sich durchs Tanzen zu befreien, um wieder ruhig zu werden. Und wenn es nur ein Song ist, dein Lieblingssong, den du ein Mal am Tag laut aufdrehst und wild dazu tanzt. In unseren Körperzellen speichern sich sämtliche Ängste und Schockerlebnisse, die wir in unserem Leben erfahren haben. Es reichen drei Minuten Schütteln deines Körpers und deine Energie beginnt wieder zu fließen, und die Blockaden und gespeicherten Ängste können sich lösen. 

Alexandra belebt die Eulen von Kopf bis Fuß, Fotocredit: Dörte

Eulen: Was ist für dich der schwierigste Aspekt beim Tanzen?

Alexandra: Vielleicht einer sehr komplexen Choreografie zu folgen? Ich unterrichte ja überwiegend freies Tanzen, da hat der Körper die Möglichkeit, sich genauso zu bewegen, wie er sich gerade fühlt. Mal langsam, mal schnell, sanft, kraftvoll, ekstatisch oder ruhig. Auch wenn die Musik einen gewissen Rhythmus vorgibt, so ist es für mich ganz entscheidend, dass man sich so bewegt, wie es sich in dem Moment gut anfühlt. Daher gibt es bei FREUDENFEUER auch kein Richtig oder Falsch. Das empfinde ich als ungemein heilsam, und es sorgt auch immer wieder für Überraschungen. Wenn du deinem Körper die Führung übergibst, überrascht er dich mit dem, was aus ihm herauskommt. Eine Choreografie ist mit ihren vorgegebenen Bewegungsabläufen ganz anders.

90 Minuten mit Alexandra sind ein super Workout, Fotocredit: Arlena

Eulen: Hast du Interesse, Tänze anderer Kulturen auszuprobieren? Wie findest du Bauchtanz?

Alexandra: Unbedingt. Ich bin ganz begeistert von afrikanischen Trommeltänzen. Und auch der Bauchtanz reizt mich sehr. Momentan übe ich online mit einer Lehrerin aus den USA, eine unglaublich talentierte und sinnliche Bauchtänzerin.

Auch die Eulen tanzen traditionelle Tänze aus ihren Heimatländern für ihr Leben gern, Fotocredit: Arlena

Eulen: Auf deiner Homepage haben wir gelesen, dass du mehrere Tumore hattest. Das hat uns sehr traurig und nachdenklich gemacht. Deshalb möchten wir wissen, ob du, nachdem der Tumor entdeckt wurde, dir überlegt hast, mit dem Tanzen aufzuhören?

Alexandra: Nein, im Gegenteil. Mein persönliches Schicksal hat mich eigentlich erst zum Tanzen geführt. Ich glaube fest an die Heilung durch Bewegung und Tanz. Meine Krankheitsgeschichte war mein „Wake Up Call“, weil ich durch den Tumor zu einer höheren Kraft gefunden habe.

Eule Shaermin meditiert, Fotocredit: Arlena

Eulen: Reicht es, wenn jemand Tanzen als Hobby hat, um tanzen zu lernen?

Alexandra: Absolut. Ich selbst hatte das Tanzen lange Zeit nur als Hobby und bin sehr glücklich darüber, jetzt selbst Kurse für freien Tanz und Meditation durchzuführen. Wichtige Erfahrungen habe ich dafür in den letzten Jahren durch etliche Workshops bei tollen Leuten gesammelt.

Eulen: Wo ist das Tanzstudio, in dem du unterrichtest, in fünf Jahren?

Alexandra: Schon im ersten Lockdown habe ich auf Online umstellen müssen, was sich aber als großes Geschenk herausgestellt hat. Ich konnte plötzlich überall Menschen erreichen, weit über Hamburgs Grenzen hinaus. Nicht nur deutschlandweit, sondern auch in Österreich, in der Schweiz und in Belgien haben Menschen, insbesondere Frauen, in den letzten Monaten mit mir getanzt. Ich fände es toll, wenn FREUDENFEUER eine Internationale „Bewegung“ wird – im wahrsten Sinne des Wortes. Und zwar für Männer und für Frauen.

Die Eulen tanzen um ihr FREUDENFEUER, Fotocredit: Dörte

Eulen: Danke, dass du unsere Fragen beantwortet hast.

Alexandra: Ich danke euch auch sehr für das schöne Interview. Es hat mir große Freude gemacht, eure kreativen und berührenden Fragen zu beantworten!

(Mehr von Alexandra auf https://www.alexandraverena.com/, die Eulenredaktion)

Die Eulentanzwochen sind eröffnet!

Zeichnung für den EULENBLOG in 27 Sekunden aus der Hüfte: Pieter Bohl, Student am Plymouth College of Art and Design (Partnerschule der bmk)

Wie bitte, ihr wusstet es nicht? Aber klar doch, das Lieblingshobby von Eulen ist: Tanzen! Besonders wenn es sich um die Eulen des EULENBLOGS handelt. Im aktuellen Jahrgang handelt es sich um die jungen Redakteurinnen Shaermin, Samira, Taimaa, Ghiulacean, Elsa, Dana, Ellen, Baongoc und Valerie unter der Redaktionsleitung von Dörte und Arlena.

Weil derzeit vielen Menschen das Ausflippen auf dem Dancefloor nicht möglich ist, haben sich die Eulen entschlossen, auf dem EULENBLOG die Discokugel drehen zu lassen. Den Auftakt der Tanzwochen auf unserem Schülerinnenblog macht unser Interview mit der Choreografin und Tänzerin Friederike Lampert, die wir euch zunächst mit einer Kurzbiografie vorstellen. Danach folgt das Interview mit Friederike.

Friederike im Scheinwerferlicht, Fotocredit: Caroline Minjolle

Dr. phil. Friederike Lampert absolvierte ihr Ballettstudium an der Musikhochschule in Frankfurt/Main und studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Sie promovierte im Fach Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Sie war Tänzerin in verschiedenen Tanzkompanien und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten an der Universität Hamburg, für Tanzplan Deutschland, an der Codarts University for the Arts Rotterdam und der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Sie lehrt Theorie und Praxis von Tanz und ist mit verschiedenen choreographischen Projekten beschäftigt. Heute ist sie Professorin für Choreographie an der Zürcher Hochschule der Künste.

Eulen: Mit wie viel Jahren hast du mit Tanzen angefangen?

Friederike: Ich habe mit 8 Jahren mit Ballett angefangen.

Eulen: Warum hast du mit Tanzen angefangen?

Friederike: Zuerst habe ich mit Kunstturnen begonnen, weil mich Kunststücke mit dem Körper fasziniert haben. Dann fand ich Ballett schöner, weil dabei die Verbindung von Musik und Körperbewegung mehr betont wird.

Eulen: Wo hast du Tanzen gelernt?

Friederike: Angefangen habe ich in einer Kindertanzgruppe am Stadttheater Gießen. Dort habe ich in Opern und bei Ballettabenden auch als Statistin mitgewirkt und konnte schon viel „Theaterluft“ schnuppern. Später, nach meinem Abitur, habe ich Ballett an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt studiert.

Eulen: Was ist dein Lieblingstanz?

Friederike: Im künstlerischen Tanz gibt es viele verschiedene Stile: Ballett, Modern Dance, Ausdruckstanz, Tanztheater, Show-Tanz, Urban Dance, d. h. Hip-Hop, Breakdance etc., und zeitgenössischer Tanz. Da ich Ballett studiert habe und das am besten kann, ist das klassische Ballett mein Lieblingstanz.

Eulen: Wie fühlst du dich, wenn du tanzt? Kannst du auch tanzen, wenn du traurig bist?

Friederike: Das beste Gefühl beim Tanzen ist, wenn man im sogenannten „Flow“ ist. Dann vergisst man alles um sich herum und ist im „Hier und Jetzt“ – ein Glücksgefühl. Deswegen hilft mir Tanzen auch, wenn ich traurig bin.

Eulen: Kann man mit Tanzen seine Gefühle ausdrücken?

Friederike: Ja – das wird vor allem im Ausdruckstanz gemacht: Wie das Wort schon sagt, da kann man „Inneres“ nach „Außen“ drücken. Dabei entstehen ganz andere Bewegungsformen als z. B. in Tänzen, bei denen es nur um die Form geht.

Eulen: Ist Tanzen gesund?

Friederike: Auf jeden Fall ist Tanzen gesund, weil es einfach Spaß macht. Und es ist wissenschaftlich bewiesen, dass bei Lachen und Bewegung Hormone im Körper ausgeschüttet werden, die das Immunsystem stärken.

Eulen: Können kranke Menschen, die zum Beispiel Alzheimer oder Parkinson haben, auch tanzen? Hilft Tanz kranken Menschen?

Friederike: Wie gesagt, Bewegung und Freude ist immer gut für die Gesundheit. Insbesondere ist auch Musik hören, z. B. bekannte Musik von früher, für alte Menschen wichtig, weil dadurch ihr Gedächtnis angeregt wird.

Eulen: Reicht es, einer Tänzerin oder einem Tänzer zuzuschauen, um glücklich und entspannt zu sein?

Friederike: Durch die sogenannten „Spiegelneuronen“ bewirkt das Zuschauen von Tanz auch etwas im Gehirn. Das bloße Zuschauen kann also durchaus auch glücklich machen, so wie jede Kunstform beim Zuschauen Freude bereiten kann. Den Fitness-Effekt hat das Zuschauen aber natürlich nicht.

Eulen: Was würdest du uns für einen Tipp geben, wenn wir mit Tanzen anfangen wollen?

Friederike: Geht in das nächste Tanzstudio und schnuppert in verschiedene Kurse rein. Sucht euch den Tanzstil aus, der euch am besten gefällt, z. B. Ballett, Modern Dance, Hip-Hop, Breakdance etc., und geht dann dort regelmäßig hin. Denn nur, wenn ihr regelmäßig übt, macht ihr Fortschritte und bekommt Erfolgserlebnisse.

Eulen: Was sind die Auswirkungen von COVID-19 auf deine Arbeit?

Friederike: Wir versuchen unser Bestes, Tanz auch mit Abstand stattfinden zu lassen.

Die Eulen bedanken sich herzlich bei Friederike Lampert für das Interview.

The owls in times of physical distancing & social solidarity

The owl blog would like to bring a contribution for good mood in COVID-19 times through a positive blog post series.

That’s why we have asked our readers if they could think of words or sentences to the four letters L, O, V and E, which express what puts them in a good mood. We also asked our creative owl community for a suitable photo and are impressed by the results.

Please do not be surprised that we mix German and English in this post. You have written to us from different countries and we want you in as many countries as possible to get an idea of what we do here. And of course in between you will also find contributions from our young bloggers from the Berufliche Schule für Medien und Kommunikation in Hamburg, the owls themselves.

And now the owl editors take a deep bow… the feedback from you is heartwarming! Many thanks to all who participated. Stay healthy and in a good mood!

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The first contribution for good mood under the sign of the four letters L, O, V and E is by Eulenblog fan and 3D-communication designer Nina Sorge and her artistic family from Berlin:

Fotocredit: Nina Sorge
Fotocredit: Nina Sorge
Fotocredit: Nina Sorge
Fotocredit: Nina Sorge
Mehr von Nina auf http://www.firmasorge.com/

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Now it’s time for Eule Dana and her L O V E contribution:

L für Lernen. In dieser Zeit lerne ich gern und zu Hause sogar besonders gut.
O für Obstsalat. Am liebsten esse ich Obstsalat als Nachtisch.
V für Verbringen. Ich verbringe meine Freizeit mit meiner Schwester.
E für Erledigen. Ich habe ein so gutes Gewissen, wenn ich die Aufgaben für die Schule früher erledige und abgebe.

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We are especially happy that our friends from Tanzania in Africa are also included in this blog post. They have sent us their contribution directly from the Kigamboni Community Center in Dar es Salaam:

Photocredit: Shaban Bin Hussein
Photocredit: Shaban Bin Hussein

L et’s stand all together in times

O f Corona and leave no one behind. The

V irus does not stop at borders or continents. The world will only return to normality if Corona is defeated in Africa as well.

E ducate everyone about physical distancing and social solidarity. Educate each other to develop appropriate work alternatives. Physical distancing is something that a country must be able to afford. Third world countries will need help.

Photocredit: Shaban Bin Hussein
Photocredit: Shaban Bin Hussein
Photocredit: Shaban Bin Hussein
Photocredit: Shaban Bin Hussein
Photocredit: Shaban Bin Hussein
More from the Kigamboni Community Center on: http://kccdar.com/

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Now please clap your hands for the L O V E contribution by Eulenblog fan Verena van den Berg, who lives in Hamburg and works as a senior copywriter and comedy writer:

L. Das L muss bei mir für Löffel stehen, ist ja glasklar. Nix macht glücklicher als Löffel! Man kann sie füllen mit, nun ja, mit Schokoladencreme zum Beispiel. Oder flüssigem Käse. Oder Sprühsahne, obwohl die auch ganz gut direkt aus der Flasche schmeckt. Aber ich schweife ab. L. Der Löffel macht auch ohne Essen glücklich. Dazu muss man ihm einfach in die hohle Seite kucken. Denn dann steht die Welt plötzlich Kopf. Und das ist gerade in Zeiten, in denen die Welt Kopf steht, sehr wohltuend. Heißt ja nicht umsonst Küchenpsychologie: Wenn man es schafft, ab und zu an was anderes als Elend zu denken, wird man etwas langsamer verrückt. Außerdem ist es eine willkommene Gelegenheit, nochmal nachzuschlagen, wie dieses physikalische Spiegel-Phänomen nochmal heißt. Ich könnte das jetzt verraten. Wäre aber unfair, weil ich euch dann die Chance auf Zerstreuung nähme. Also, auf die Googles, fertig, los!

Rätselfrage: Welche Farbe hat der Pullover der Autorin? Fotocredit: Verena van den Berg

O. Mein O ist 7 und heißt Oskar. Es gibt wenig, was mich mehr mit LOVE füllt als dieser kleine, viel zu laute, vorwitzige, himmelhochjauchzende und eine Sekunde später zum Toben betrübte Junge, der tanzt wie Iggy Pop und bis oben hin mit tollen Fragen und Erfindungen gefüllt ist und einen mit seinem Lachen mindestens so schnell ansteckt wie dieses fürchterliche Virus. Hier mit modischer 3-D-Brille.

Iggy „Oskar“ Pop, Fotocredit: Verena van den Berg

V. Vögel! Jepp, ganz ohne n. Einfach die kleinen gefiederten Zwitscherlis, die sich jeden Morgen und dann nochmal gegen 16.30 Uhr bei uns mit Sonnenblumenkernchen eindecken, zum Dank freudig rumflattern und dafür gesorgt haben, dass meine Tochter Dompfaffmädchen und -jungs (auch Gimpel oder seltener Blutfink genannt) auseinanderhalten kann. Die sind immer fröhlich und das obwohl sie den ganzen Tag ackern müssen. Diesen Singvogel-Arbeitsethos hätte ich auch gerne. Bin aber eher so der Typ Panda.

Piep piep piep! Wir ha’m uns alle… , Fotocredit: Peter Vos aus dem Buch „Vogeldagboek“,
Verlag Uitgeverij Müller

E. Ebaykleinanzeigen. Wenn nach diesem ganzen Schlamassel endlich wieder Gruppen zusammenkommen dürfen, gründe ich die „Anonymen Ebaykleinanzeigiker“. Ich bin Verena und ich bin süchtig nach Kleinanzeigen! Ich kenne keinen einfacheren, günstigeren und trotzdem legalen Weg in die Wohnzimmer, Köpfe und Orthographiekenntnisse der Nation zu schauen. Das ist mal verstörend, mal herzzerreißend, manchmal sehr unterhaltsam und sehr, sehr manchmal sogar lukrativ. Und wenn ich so richtig im Wutbürger-Modus bin, stelle ich mir vor, nervige Kackmistanfragen lektoriert und sonst kommentarlos zurückzuschicken. Das reicht mir dann auch schon als Ventil. Tut keinem weh. Kost nix. Ebaykleinanzeigen. Sollte ich denen als neuen Claim verkaufen. Ebaykleinanzeigen. Tut keinem weh & kost nix. PS: Die Dame aus dem Bild war übrigens zu verkatert, um sich einen „Zu-verschenken- Artikel“ abzuholen! Ich hoffe sie kommt noch – ich will sie zu gern kennenlernen und mich mit ihr betrinken.

So sieht ein Peacestorm aus, Fotocredit: Verena van den Berg

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Here now Eule Zeinab on the topic of relaxation and balance in times of a pandemic:

L – Leben. Das Leben zu leben, ist nicht einfach, doch man darf die Hoffnung nicht verlieren.
O – Ort. Das Bett ist der einzige Ort, wo ich von allem abschalten kann.
V – Verwirrung. Wenn ich verwirrt bin, versuche ich mich zusammenzureißen.
E – Erfahrung. Die Erfahrung hilft Menschen, besser weiter zu machen, als zuvor.

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The next L O V E contribution, which gives us peace and happiness, is by Eulenblog fan, author, yoga, dance and meditation expert Alexandra Verena Hellberg from Hamburg:

L – Lust auf Leben in Liebe! Jetzt erst recht. Liebessamen säen, ein Leuchtturm sein für meine Umgebung.

O – Offenheit und Orte des Friedens! Das bedeutet, offenen Herzens allen Menschen begegnen. Online, am Telefon, in Gedanken. In Frieden bleiben, auch wenn es um dich herum manchmal stürmisch ist. 

V – Visualisierung, Vision und Vorfreude! Auf die Zukunft. Auf alles, was dieser kollektive Wandel bereithält. Die Welt verändert sich und wird niemals mehr so sein sein, wie sie war. Ist das nicht wunderschön!? Denn das Universum arbeitet immer FÜR uns, es macht keine Fehler. Wir sind im perfekten kosmischen Fahrplan.

E – Entschleunigung, Erholung und Erkenntnisse! Das sind wahre Schätze, die mein Herz mir jetzt, in dieser Stille, offenbart. Die perfekte Zeit, sich das Leben zu erträumen, worauf ich immer gewartet habe. Und viel Zeit in der Natur.

(Fun fact: When Alexandra was little and went to school, our current principal Ralph Walper was her class teacher. The Owls Editorial Office)

Alexandra in the mood for LOVE, Fotocredit: Ulrike Crasemann
Mehr von Alexandra auf https://www.instagram.com/alexandra_verena_hellberg/

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The next poetic thought on the subject of good mood and the four letters L, O, V and E comes from one of our two chief editors, the lovely Dörte:

Frische Luft tanken & viel lachen
aus Omas Tasse trinken & einen Ohrwurm hören
sich verkrümeln & verträumt sein
einen Eiertanz voller Eigensinn tanzen.

Gute Laune x4, Fotocredit: Dörte Graul

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The next text in the name of L O V E is by Eulenblog fan, interior architect and university lecturer at Burg Halle Juliane Bardtholdt from Halle:

L. ​L wie Loriot. Loriot bringt zum Lachen… Aber nicht nur zum Lachen, immer wieder auch zum Nachdenken. Was für eine gute Mischung. Wenn Situationen total absurd werden, ertappe ich mich dabei, zu denken „Das ist hier ja wie bei Loriot…“. Dieser Tage denke ich auch oft an ihn. Es gibt da den Sketch „Das Bild hängt schief“. In dem Fall wird alles dafür getan, dass dieses Bild wieder gerade gerückt wird. Dabei wird nebenher leider alles in Schutt und Asche gelegt.

O.​ O ist Kreis. Wie Kreis? Ein O ist ein Kreis! Ich finde Kreise sind eine intelligente Erfindung der Natur. Auch wenn in meinem Kosmos gern der Satz bemüht wird „Wenn der Architekt nix weiß… macht er ’nen Kreis“, bleibe ich dabei: Ein Kreis tut gut. Den Mond sehen wir als Kreis, die Sonne ebenso. Wenn alles rund läuft, freut man sich. Und der Rubel rollt auch nur, weil er rund ist.

V. ​Bei V denke ich an meine VITs. Meine VITs sind meine „Very-Important-Tools“. Sie sind eine lang ausgetüftelte Kombination an Handwerkzeugen, die alle in einen kleinen Koffer passen und die Schlagkraft einer ganzen Werkstatt haben. Niemand außer mir, darf sie benutzen. Dafür ist auch ein Totenkopf auf dem VIT Koffer. Sind sie alle versammelt, bin ich glücklich und löse jeden Fall.

E.​ E wie enge Freunde, auch wenn sie Eberhard heißen. Sie machen mich glücklich.

Hilfreiche Philosophie in der Krise, Fotocredit: JB
Mehr von der Kunsthochschule Burg Halle auf www.burg-halle.de

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Juliane’s daughter Wanda also wanted to contribute a good-mood-text in times of Corona. Curtain up for Wanda’s ideas:

L = Piiiiieeeeep (aufgrund von Anti-Schleichwerbungsmaßnahmen musste die Eulenredaktion Wandas Lieblingsshampoomarke, die mit L anfängt, überpiepen). Piiiiieeeeep hat schon so viele Menschen glücklich gemacht und das macht mich wiederum glücklich. Wenn man mal überlegt, wie viel Piiiiieeeeep schon verdient hat, dann müssen schon ziemlich viele Leute glücklich gemacht worden sein.

O = offene Küchen. Offene Küchen sind einfach schön und bekommen deshalb einen Platz in meiner Runde. Grund genug.

V = Vieh. Vieh sind ja Bauernhoftiere und dazu wiederum zählen auch Schweine und Schweine finde ich superniedlich. Sie sind einfach auf jeder Postkarte zu finden und stehen bei mir einfach für einen Teil von Liebe.

E = Eltern. Eltern sind prima. Meine Eltern ganz besonders. Sie schützen und verpflegen Kinder bis an ihr Lebensende und schenken viel Liebe.

FreiLernerin Wanda in Zeiten von Corona und Lagerkoller, Fotocredit: JB

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The next-to-last contribution comes from Eule Morvarid:

L für Lesen. Momentan lese ich gerne Texte über meinen Lieblingssänger.
O für Ordnung. Ich ordne alles. Wenn es in meinem Zimmer durcheinander ist, kann ich nicht atmen.
V für Verboten. Ich versuche mit möglichst wenig Leuten Kontakt zu haben, weil es gefährlich für alle ist.
E für Emotional. Ich bin sehr empfindlich. Nach jedem traurigen Film habe ich Tränen in meinen Augen.

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Finally, there is a contribution on the subject of L O V E when you get sick of a pandemic by the very, very young filmmakers Hugo and Eddie:

Kamera: Hugo und Eddie

Wie baut man sich ein Eulentraumhaus und wer wird die nächste irakische Premierministerin?

Vergesst das Knusperhäuschen – Weihnachten 2019 liegt das Eulentraumhaus voll im Trend! Zum besinnlichen Jahresausklang ein Text dazu von Eule Zakra (17), die außerdem verrät, aus welchem Grund sie später in die Politik gehen möchte. Und last but not least die schönsten Eulen der Welt im festlichen Weihnachtsfotoshooting.

Es strahlen um die Wette: Zakra, Autorin des folgenden Textes, auf 15 Uhr, Zeinab auf 14 Uhr, Fatim auf 22 Uhr und Morvarid auf 21 Uhr, Fotocredit: Arlena

Hallo, ich bin Zakra. Ich komme aus dem Irak. Seit zwei Jahren lebe ich in Deutschland. Ich besuche zusammen mit meinen Freundinnen Shaermin und Fatim die Berufliche Schule für Medien und Kommunikation in Hamburg.

Shaermin und Fatim machen zusammen mit Zakra auch im Theaterkurs mit, Fotocredit: Arlena

Letztens waren wir am Hauptbahnhof im Supermarkt. Wir haben Kuchen und Getränke gekauft. Als Fatim, Shaermin und ich mit dem Einkaufen fertig waren, gingen wir in die Bahnhofshalle. Auf dem Boden saß eine Frau mit einer Schnapsflasche und weinte. Ich fühle mich schlecht, wenn ich traurige Menschen sehe. Ich stelle mir vor, dass ich ein großes Haus für arme Leute kaufe und genug Essen und Trinken für alle da ist.

Zakras Wunschhaus mit Eule Dana, der hübschesten Türsteherin ganz Hamburgs, Fotocredit: Arlena

An der Hauswand hängt ein Schild, auf dem steht: „Nur für arme Menschen“. Darunter steht, dass niemand Alkohol trinken oder rauchen darf. Ich wünsche mir, dass jeder einen Beruf hat und jeder sich alles kaufen kann, was er sich wünscht. In meinem Haus muss niemand einsam sein. Ich wünsche mir, dass mein Wunsch in Erfüllung geht.

Eine unserer Eulen nimmt als gute Fee sonst auch noch Wünsche an, Fotocredit: Arlena

Ich möchte euch außerdem gerne über den Irak berichten. Seit dem Krieg gibt es dort viele Arbeitslose, schlechte Straßen und zerstörte Häuser. Die Leute müssen auf der Straße leben. Die Menschen haben nichts zu essen und es gab viele Verletzte und Tote. Deshalb ist der Premierminister zurückgetreten. Die Kinder im Irak haben Schulpflicht. Das finde ich gut. Die Frauen im Irak haben keine Rechte. Das gefällt mir überhaupt nicht.

Ich möchte in Deutschland Polizistin werden, dann in den Irak zurückgehen, um für die Kinder und die Frauen zu kämpfen. Ich möchte gerne Premierministerin des Irak werden, damit ich zusammen mit anderen klugen Menschen, die für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind, ein schönes Land bilden kann.

In einem Wort: Eulenweihnachtspower, Fotocredit: Arlena

Euch allen schöne Dezembertage und einen guten Rutsch in ein friedliches fröhliches 2020.

Eure Zakra und die Eulenredaktion


… sowie die Redaktionsleitung des Eulenblogs aka Dreamteam Dörte und Arlena – wir sagen Danke für ein zauberhaftes Eulenjahr 2019, Fotocredit: Fatim

Schuhbidu, Schuhbidubiduu – Interview mit Schuhdesignerin Alina Schürfeld

Als geheimnisvolle Jägerinnen der Nacht geben die Eulen zunächst einen weisen Tipp in Sachen Mode: „Jedes Mal, wenn du dein Outfit wählst, denke daran: falls du an diesem Tage stirbst, wird das dein Geister-Outfit für immer.“ Also raus aus den Quadratlatschen, ihr Mäuse, und rein ins edle Schuhwerk! Weil sie besonders viel von Letzterem versteht, haben die Eulen die Hamburger Designerin Alina Schürfeld in die Eulenredaktion eingeladen und mit ihr über ihren Stil, ihre Werte und ihren Werdegang gesprochen.

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Zum Anbeißen und Anfassen: Alina (Mitte), ihre Schuhe und ihr Material im Eulennest, Fotocredit: Dörte

Das Modelabel von Alina Schürfeld heißt wie sie selbst, nämlich ALINASCHUERFELD, und wurde 2009 von ihr gegründet. Alinas Vision war von Anfang an, Schuhe verantwortungsvoll produzieren und gleichzeitig einzigartig aussehen zu lassen. Ihr Label kombiniert moderne Silhouetten mit feinster Handwerkskunst und umweltfreundlichen Materialien. Die Designerin arbeitet mit Handwerksbetrieben in Italien, Portugal und Spanien zusammen, in denen ihre Schuhe aus vegetabil oder chromfrei gegerbtem Leder angefertigt werden. Alinas Motto für ihre Entwürfe finden die Eulen super: Schuhe für Frauen mit Stil, die niemals Kompromisse machen und dabei an die Umwelt denken. Auf den Punkt: COOL GIRLS CARE! Jetzt viel Spaß beim Interview!

Eulen: Hallo liebe Alina Schürfeld. Willkommen in der Eulenredaktion und bei uns im Klassenzimmer. Dürfen wir uns duzen oder siezen?

Alina: Gerne duzen.

Eulen: Hast du eine Ausbildung?

Alina: Ich habe in London Interior Design studiert und in diesem Beruf selbstständig gearbeitet, bevor ich das Label gegründet habe. 

Eulen: War Schuhdesignerin schon dein Traumberuf, als du klein warst?

Alina: Nein. Als ich klein war, wollte ich Opernsängerin werden, weil ich gerne gesungen habe – obwohl ich recht talentfrei war. Archäologie hatte ich auch im Kopf. Als ich sieben Jahre alt war, sind wir für die Sommerferien nach Ägypten gereist und haben unter anderem das Tal der Könige in Luxor besucht. Das hat mich extrem beeindruckt.

Eulen: Beschreibe dich in drei Worten!

Alina: Selbstironisch. Zielstrebig. Empathisch.

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Alina nahm sich für die Eulen sehr viel Zeit, Fotocredit: Dörte

Eulen: Was ist deine Lieblingsfarbe?

Alina: Eigentlich habe ich keine Lieblingsfarbe. Ich denke, ich lasse mich immer wieder gerne auf die neuen Farben der Saison ein. Zurzeit mag ich die Farbkombination Karamell und Weiß mit goldfarbenen Nieten. Rouge Noir finde ich auch sehr lässig.

Eulen: Was ist Rouge Noir?

Alina: Der Farbton geht in Richtung Aubergine. Man könnte auch Black Cherry sagen.

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Die Stiefellette HELLA in Rouge Noir aus Alinas Winterkollektion 19/20, Fotocredit: Linda Musa

Eulen: Hat dir jemand geholfen oder hast du dein Label ganz allein aufgebaut?

Alina: Ich hatte stets Zuspruch und tatkräftige Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden, was eine große Hilfe war und ohne die ich sicherlich nicht so weit gekommen wäre.

Eulen: Wo werden die Schuhe gemacht, in einem Atelier oder in einer kleinen Werkstatt?

Alina: Wir lassen unsere Schuhe in spanischen, portugiesischen und italienischen Manufakturen fertigen. Für uns ist Handarbeit ein Kulturgut, welches weitergegeben werden sollte.

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Inspiriert von Alina fertigten die Eulen eigene Entwürfe an, Fotocredit: Arlena

Eulen: Wie verläuft der Produktionsprozess von einem Paar Schuhen?

Alina: Zuerst beschäftigen wir uns mit den modischen Tendenzen der kommenden Saison, also Farben, Formen, Strukturen und Details. Es ist wichtig zu wissen, in welche Richtung der Markt sich entwickeln wird. Mit diesem Wissen werden die ersten Entwürfe gezeichnet, welche dann selektiert und die Favoriten im Detail ausgearbeitet werden. Danach bestimmen wir den Leisten (die Form des Schuhs, die Eulenredaktion) und die Absätze. Der Leistenhersteller fertig uns ein Modell in der gewünschten Schuhgröße und berücksichtigt dabei unsere individuellen Maße, z. B. die Ballen- und Fersenbreite. Im nächsten Schritt erstellt der Modelleur die Schnittteile, welche für den Zuschnitt des Leders benötigt werden. Das Leder wird mit dem Futterleder vernäht, die Kappen eingearbeitet, der Schaft gezwickt, die Sohlen und Absätze montiert. Im letzten Schritt werden die Innensohlen verklebt und die Sohlen poliert. Nun kann das Modell getestet werden und muss gegebenenfalls – falls etwas nicht stimmt – wieder abgeändert werden.

Eulen: Wooooow! Was für ein Gefühl hast du, wenn ein Schuh fertig ist und er genauso geworden ist, wie du wolltest?

Alina: Ein Gefühl von Ruhe.
 
Eulen: Welches Schuhdesign von deiner Kollektion gefällt dir am meisten?

Alina: Der gepiercte LOULOU LOAFER aus chromfrei gegerbtem Lachsleder. Er hat eine eigenständige Linienführung und somit einen hohen Wiedererkennungswert. Das zeitgemäße Design in Kombination mit dem umweltfreundlichen Material verkörpert unsere Linie am besten.

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THE LOULOU LOAFER auf dem Eulenredaktionstisch, Fotocredit: Dörte

Eulen: Wie viele Jahre hast du dein Geschäft in Hamburg schon?

Alina: Das Geschäft in der Klosterallee 67 haben wir 2012 eröffnet. Nachdem wir 2011 mit dem Bunte New Faces Award in der Kategorie „Bestes Accessoire-Label“ ausgezeichnet wurden, ist die Nachfrage gestiegen und wir sind aus der industriell geprägten Veddel ins quirlige mit Restaurants und Boutiquen gesäumte Harvestehude gezogen.

Eulen: In welchen Ländern gibt es deine Schuhe?

Alina: In Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durch den Onlinehandel sind sie jedoch weltweit erhältlich (Alinas Internetseite lautet www.alinaschuerfeld.com, die Eulenredaktion).

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Das Label ALINASCHUERFELD feiert dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum, Fotocredit: Dörte

Eulen: Was für Frauen kommen in dein Geschäft, um deine Schuhe zu kaufen?

Alina: Das ist ganz unterschiedlich. Die meisten Kundinnen sind zwischen 35 und 55 Jahre alt. Wir haben mittlerweile viele Stammkunden. Moderne selbstbestimmte Frauen, die ein Nischenprodukt und die damit verbundenen Werte zu schätzen wissen und auch bereit sind, für einen ressourcenschonenden Herstellungsprozess und umweltfreundliche Materialien etwas mehr Geld auszugeben.

Eulen: Machst du auch Schuhe für Kinder und Männer?

Alina: Nein. Anfangs hatten wir zwar auch eine Herrenlinie – welche ich sehr spannend fand –, allerdings hat sie damals nicht so richtig auf den deutschen Markt gepasst.

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Die Eulen sind für Gleichberechtigung, darum hier unser Vorschlag für einen Herrenschuh, Fotocredit: Arlena

Eulen: Hast du auch Hausschuhe?

Alina: Ja! Sie kommen aber eigentlich nie zum Einsatz. Oder fragt ihr, ob wir welche produzieren? Das tun wir nicht.

Eulen: Designst du auch Kleidung?

Alina: Manchmal fertigen wir unsere eigenen Teile, welche wir für eine Modenschau in Kombination mit unseren Schuhen verwenden, um einen bestimmten Look zu kreieren. 

Eulen: Was sind deine Träume und was möchtest du im Leben noch erreichen?

Alina: Zu viele, um sie hier aufzuzählen! Ich finde, man kann nicht genug Träume haben. Auch wenn sie vielleicht nicht alle realisierbar sind, sind sie doch eine treibende Kraft, um über sich und seine Grenzen hinauszuwachsen. Für das Label wünsche ich mir natürlich internationale Anerkennung, dass unsere Produkte in den renommierten Modehäusern dieser Welt stehen und somit unsere Mission vielen Menschen zugänglich gemacht wird. 

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Coole Mädchen kümmern sich und konsumieren bedacht, Fotocredit: Arlena

Eulen: Nimmst du auch Praktikantinnen und Praktikanten?

Alina: Ja! Bewerbt euch (Alinas Kontakt und den Link zu ihrem Instagram Account findet ihr ebenfalls auf www.alinaschuerfeld.com, die Eulenredaktion)!

Eulen für den Klimaschutz!

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Eulengrammatik: wenn es superwichtig ist, schreibt man auch Verben groß, Fotocredit: eine Eule auf Exkursion

„Ihr habt mit euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen“, sagte die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel 2019 in New York den Weltführern. In einer emotional aufgeladenen Rede warf sie ihnen vor, die Wissenschaft hinter der Klimakrise zu ignorieren und so dafür zu sorgen, dass ganze Ökosysteme zusammenbrechen.

EFF bei FFF in HH, Fotocredit: eine Eule auf Exkursion

Die Eulenredaktion diskutiert regelmäßig, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestalten kann, um die Umwelt zu schützen und steht hinter Greta Thunbergs Forderung an die Politiker auf dieser Welt, sich höhere Ziele bei der Reduktion von CO2 zu setzen. Am Freitag, den 20. September 2019, zeigten die Eulen darum Präsenz auf der Fridays for Future Demonstration in Hamburg im Rahmen einer Exkursion. Ein echtes Lehrstück für Demokratie. 

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Unsere…
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… liebsten…
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… Demoschilder, Fotocredits: eine Eule auf Exkursion

Feeeeeeeeerien – mit Eulendrink und Shari Vari

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Die Eulen von links nach rechts: Zeinab, Hayal, Dörte, Anife, Weronika, Kasia, Arlena, Morvarid, Fotocredit: Thorsten Leistner

Die Eulen wünschen euch einen wundervollen Sommer und verabschieden sich mit einem Gruß aus der Schulkantine „Aroma“ und unserem Interview mit dem Hamburger Elektropopduo Shari Vari in die Sommerpause.

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Die Eulenblogredaktion mit den Chefs vom Aroma, Fotocredit: Thorsten Leistner

Hier unser Eulencocktail: alkoholfrei, erfrischend und echt leicht zu machen. Bereitet ihn euch zu, genießt ihn und lest dabei unser Interview mit Shari Vari.

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Ready für den Sommer mit Sombrero, Fächer und Eulendrink , Fotocredit: Dörte

Rezept für 1 Glas: 10 cl Ananassaft, 4 cl dickflüssige Kokosnusscreme (Cream of Coconut), 2 cl Schlagsahne, 3-4 Eiswürfel (crushed ice), 1 Ananasscheibe, 1 Schirmchen, 1 Strohhalm (besser nicht aus Plastik!)

Jetzt geht es los mit unserem Interview: Zu Besuch bei Shari Vari

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Im Musikstudio von Shari Vari in der Schanze in Hamburg, Fotocredit: Malin Sarge

Helena Ratka ist Filmemacherin und Musikerin. Sie hat Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg studiert. Während ihres Studiums hat Helena im „Golden Pudel Club“ in Hamburg Musik aufgelegt, Soundtracks für ihre eigenen Filme geschrieben und die Galerie „Pow“ in Altona gegründet.

Seit 2011 kuratiert Helena zusammen mit Nika Breithaupt die Galerie des Golden Pudel Clubs unter dem Namen „Next Time…“ und macht außerdem für Theaterstücke Videos und Musik. Als Solokünstlerin hat Helena unter dem Namen „qp“ ein Tape mit dem Namen „Spine“ auf dem Label „The Cosmic Cunt Clan“ veröffentlicht.

Sophia Kennedy ist eine amerikanische Sängerin und Musikerin. Sie wuchs in Baltimore im Bundesstaat Maryland an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika auf. In Hamburg studierte sie ebenfalls an der Hochschule für Bildende Künste. Im Frühjahr 2017 veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Sophia Kennedy“ bei Pampa Records.

Sophia ist auch als Theatermusikerin tätig, sie komponiert unter anderem für das Gorki Theater Berlin, das Deutsche Theater Berlin und das Schauspiel Leipzig. Sie lebt und arbeitet in Hamburg.

Gemeinsam mit Helena Ratka gründete Sophia Kennedy das Duo „Shari Vari“, das im Januar 2017 seine erste EP „Life Should Be a Holiday“ auf dem Label „it’s“ von Richard von der Schulenburg veröffentlichte.

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Beim Interview wurde das „Elektrozeichen“ erfunden, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Hallo Sophia, hallo Helena! Wo seid ihr geboren? Wo kommt ihr her?

Sophia: Ich komme aus Baltimore, USA. Ich bin als Kind nach Deutschland gezogen und seitdem lebe ich hier.

Helena: Ich bin in Hamburg geboren und habe mit einer kleinen Unterbrechung immer hier gelebt.

Eulen: Was habt ihr in eurem Leben bisher gemacht?

Sophia: Ich habe Seepferdchen und ein schlechtes Abitur. 

Helena: Ich wandere immer vom Film zur Musik und wieder zurück.

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Helena und Sophia in action, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Wann habt ihr angefangen, Musik zu machen? Welche Instrumente könnt ihr spielen?

Sophia: Wir haben uns in Hamburg an der HfbK (Hochschule für Bildende Künste, die Eulenredaktion) kennengelernt, uns eine Flasche Sekt gekauft und aus Spaß Stücke aufgenommen. Seitdem haben wir uns zusammen entwickelt wie der Affe zum Homo Sapiens. Wir haben immer noch große Freude beim Musikmachen. Ich kann Klavier spielen und bin Meisterin an der Flöte.

Helena: Ich habe in der Schulband Saxophon gespielt, was ich dann aber abgebrochen habe, weil das Saxophon nur geliehen war. Jetzt spiele ich größtenteils Synth und ein bisschen Schlagzeug.

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… und in noch mehr action, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Warum habt ihr Shari Vari erschaffen?

Sophia: Weil wir gerne zusammen Musik machen und das in eine Form bringen wollten.

Eulen: Warum habt ihr euch diesen Namen gegeben?

Helena: Wir hatten ein bisschen Schwierigkeiten, einen Namen für unser Projekt zu finden und haben am Ende wieder alle Namen von der Liste gestrichen. Wir haben dann das Stück Shari Vari von A Number Of Names gehört und haben gedacht, wir könnten uns auch einfach nach einem Lieblingsstück benennen. Außerdem heißt Shari Vari auch Vielfalt, das passt auch zu der Musik, die wir machen.

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Shari Vari featuring Zeinab, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Ist Musikmachen euer Traumberuf? Warum habt ihr euch für diesen Job entschieden?

Sophia: Weil es der schönste und einfachste Weg ist, mein Leben zu bestreiten.

Helena: Ich bin eher reingerutscht, habe ja Film studiert, aber immer schon eine große Leidenschaft für Musik und Musikmachen gehabt.

Eulen: Habt ihr einen zweiten Job?

Sophia: Nein, ich halte mich mit Theatermusik über Wasser und lebe von meinen Auftritten.

Helena: Ich mache auch Musik am Theater und arbeite noch in der Mediathek vom NDR. Es ist wie eine Art Absicherung für Zeiten, in denen meine Freiberuflichkeit nicht funktioniert.

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Zeinab an den Synth, Fotocredit: Malin Sarge

Eulen: Warum macht man als Band Musikvideos?

Sophia: Weil es eine gute Form ist, das, was man macht, auf einer anderen Ebene zu zeigen und um Aufmerksamkeit zu generieren.

Helena: Für mich ist es toll, weil ich so beide Kunstformen, die ich liebe, zusammenbringen kann.

Eulen: Welches ist das aktuellste Musikvideo von Shari Vari und was passiert darin?

Helena: Das aktuellste heißt „Pool“ und wir laufen betrunken durch eine Großstadt und machen Scheiß, als wären wir in einem Pool und würden herumstrudeln.

Eulen: Wir haben uns außerdem das Musikvideo „Being Special“ von dir, Sophia, angeschaut. Warum spielt es in einem Einkaufszentrum? Was wolltest du damit sagen?

Sophia: Das Video hat Katharina Duve gemacht, eine Videokünstlerin und Regisseurin aus Hamburg. Das Stück behandelt Paranoia und die Überromantisierung von Einzelgängertum. Es spielt in einem Einkaufszentrum, weil es ein öffentlicher Ort ist, in dem man einer unter vielen ist.

Eulen: Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man bekannt ist? Welche Folgen hat das?

Helena: Wir sind noch nicht richtig bekannt, aber auf dem Weg. Unser Ziel ist es, größer zu werden als Madonna und Michael Jackson zusammen.

Eulen: Wie fühlt ihr euch, wenn ihr als Shari Vari auf die Bühne geht bzw. wenn ihr auf der Bühne steht?

Sophia: Es ist aufregend und anstrengend zugleich. Man muss sich konzentrieren und zur selben Zeit Selbstbewusstsein ausstrahlen.

Helena: Es gibt einem aber auch Selbstvertrauen, dass man nicht allein auf der Bühne steht, das fällt mir immer schwerer. Auch vor dem Auf-die-Bühne-gehen hat man jemand, mit dem man sich verschwören kann.

Eulen: Was macht ihr, wenn ihr ein Konzert gebt, aber keine gute Laune habt?

Helena: Die gute Laune kommt meistens von allein zurück, wenn man auf der Bühne steht.

Eulen: Ist die Musikbranche eigentlich manchmal oberflächlich?

Helena: Ja. Wie in jeder Branche gibt es gute und schlechte Seiten. Man muss halt darauf achten, dass man seinem Ideal treu bleibt und sich wehrt, wenn man das Gefühl hat, zum Beispiel auf Äußeres reduziert oder ausgenutzt zu werden. Ich denke aber, das machen wir ganz gut und sind selbstbewusst genug.

Eulen: Könnt ihr euch vorstellen, eine regelmäßige Show im Fernsehen zu haben?

Sophia: Ja, das stelle ich mir lustig vor. Ich wäre gern zusammen mit Helena die Zauberkugel von Mareike Armado aus der „Mini Playback Show“.

Eulen: Singt ihr auch unter der Dusche?

Helena: Nein.

Sophia: Ja.

Eulen: Hört ihr eure eigene Musik auch selber privat zu Hause?

Helena: Sicherlich.

Sophia: Selten.

Eulen: Gibt es auch langweilige Interviews? Wie fandet ihr unseres?

Sophia: Toll!

Liebe Leserinnen und Leser!

Herzlich willkommen auf dem Eulenblog, dem journalistischen Projekt der bmk in Hamburg. Unser Blog trägt diesen Namen, weil die Eule schon in der Antike als Symbol der Weisheit galt und unsere Schule im Eulenkamp liegt. 

Der Eulenblog wird ausschließlich von Schülerinnen gemacht. Die jungen Frauen aus unterschiedlichen Ländern sammeln hier ihre ersten journalistischen Erfahrungen, schreiben Artikel, führen Interviews und entwickeln ihre eigene Stimme. Wir sind besonders stolz, dass ein Teil der jungen Frauen auf dem Eulenblog erstmalig persönliche Texte in deutscher Sprache, also nicht der Muttersprache, präsentiert. 

Zurzeit schreiben Schülerinnen für den Eulenblog, die aus Afghanistan, Syrien, dem Iran, Armenien, Polen, Bulgarien und Deutschland stammen. Sie besuchen bei uns an der bmk die Bildungsgänge Ausbildungsvorbereitung für Migrantinnen, Fotografie, Mediengestaltung und Kaufmännische Assistenz für Fremdsprachen. Die jüngsten unserer Redakteurinnen sind 17 Jahre alt.

In Kürze posten wir unser erstes Interview mit dem Elektropopduo Shari Vari, das wir in seinem Musikstudio in der Sternschanze besucht haben. Ein großes Dankeschön geht auch an Mediengestalterin Jule, die unser Eulenlogo kreiert hat.   

Hier könnt ihr nun die wunderbare Eulenredaktion kennenlernen: unsere Redakteurinnen haben geschrieben, wer sie sind und was in ihrem Leben besonders wichtig ist. 

Viel Spaß beim Lesen wünschen euch 

Arlena und Dörte

Redaktions- und Projektleitung